Leserbrief

Veröffentlicht am 25.10.2016 in Ortsverein
 

Die Grünen im Kretschmann-Wahn

Mit großem Erstaunen muss man die derzeitige Wandlung der Grünen beobachten. Ursprünglich angetreten als Anti-Parteien-Partei, verwandeln sich die Grünen dank Winfried Kretschmann zum billigen Abklatsch der CDU.

Mit Entsetzen stellt man fest, wie sich die Grünen Stück für Stück (offenbar total geräuschlos) von ihrem Markenkern abwenden und immer farbloser werden. Der fast schon übertriebene ehrgeizige Wille zur Macht ist wohl stärker als die selbst auferlegten Prinzipien/Werte.

Nebenabsprachen statt Transparenz, Einfalt statt Vielfalt bei der Ehe, Abwendung von der stärkeren Besteuerung von Superreichen,…

Wenn man die Aussagen der beiden Biberacher Bewerber um die grüne Bundestagskandidatur liest, erkennt man, dass anscheinend sogar die Basis bei diesem Wandel mitmacht.

TTIP und CETA seien nicht kritisch zu hinterfragen und mehr Kapitalismus soll uns gut tun? Es überrascht, dass solche Aussagen in Anbetracht unserer immer stärker werdenden Ellenbogen-Gesellschaft gerade von den Grünen kommen.

Gerade weil wir als Sozialdemokraten unsere Erfahrungen gemacht haben, unsere Antworten zu stark in der vermeintlichen Mitte zu suchen und uns somit schrittweise von unseren Wurzeln entfernt haben, erlaube ich mir den Grünen zu empfehlen, dort zu bleiben wo sie sind: links der Mitte. Der Weg zurück ist länger und schwieriger zu bewältigen.

 

Simon Özkeles, Ummendorf

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Biberach

 

--> zum Artikel der Schwäbischen Zeitung „Die grüne Kandidatin heißt Anja Reinalter“ von Samstag, 22. Oktober 2016

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Gruene-gehen-mit-Anja-Reinalter-in-den-Wahlkampf-_arid,10548817_toid,196.html

Bild: Spiegel Online