Flüchtlinge, Biomüll, Bildung: Haushaltsrede des Fraktionsvorsitzenden Franz Lemli

Veröffentlicht am 13.11.2014 in Kreistagsfraktion
 

Solider Haushalt und Spielraum, Wahlversprechen umzusetzen. Lesen Sie auf der folgenden Seite die Haushaltsrede des Fraktionsvorsitzenden Franz Lemli in der ersten Lesung im Kreistag!

  • Der laufende Haushalt 2014 verläuft wie wir ja vor kurzem gehört haben positiv.
  • Der Haushalt 2015 ist im Plan ebenfalls solide.
  • Zitat von unserem Kämmerer: „Der Ressourcenverbrauch wird erwirtschaftet.“ Dem wäre eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
  • Aber wir haben einen Haushalt im Kommunalwahljahr  -  und die SPD hat ein Wahlprogramm,  welches sie in der Wahlperiode umsetzen möchte (übrigens ist es auf der Kreisseite der SPD nachzulesen).
  • Auch deshalb haben wir doch einige mehr Bemerkungen und Anträge zum Haushalt.
  • Die unveränderte Kreisumlage von 29 % wird von uns mitgetragen, auch wenn der Landkreis damit dank der guten Steuerkraft der Landkreisgemeinden immerhin 1.469.360 € Mehreinnahmen erzielt. Die in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehene Erhöhung um 0,4 % der Kreisumlage, wenn auch von der Verwaltung begründet, wird von uns aber ausdrücklich als „noch nicht beschlossen“ angesehen.
  • Die OEW-Ausschüttung reduziert sich auf 1,1 Mio. Aber - wir beteiligen uns auch mit dieser niedrigen Ausschüttung an der Sanierung unseres Unternehmens EnBW mit Blick auf die notwendige Energiewende.

 

Personal 

Beim Personal sind nur  1,5 echte Mehrstellen ausgewiesen. Bei 786 Planstellen wirklich nicht viel. Wir wissen aber auch von Ihnen Herr Landrat, dass die verschieden Ämter 21 Stellen angemeldet haben. Sie sagten, sie haben Umschichtungen, organisatorische Veränderungen und Umwandlungen vorgenommen, so dass am Ende diese 1,5 echten Mehrstellen herausgekommen sind.

Verstärkung erhalten nachvollziehbar u.a. das Ordnungsamt das Verkehrsamt sowie das Kreissozial- und Kreisjugendamt.

Beim Verkehrsamt ist es mit den neuen Außenstellen der Zulassungsstelle begründet.

Beim letzteren haben der Jugendhilfeausschuss und der Kreistag schon entsprechende Empfehlungen ausgesprochen.

Wir stehen zu dem weiteren Ausbau präventiver Angebote in der Kinder- Jugendarbeit als Standortfaktor und um Heimunterbringungen möglichst zu verhindern.

Die 8,5 „Aushilfsstellen“ für die Betreuung der Asylbewerber ist ein Muss und wird von uns ausdrücklich mitgetragen.

Die SPD-Fraktion wird den personellen Vorschlägen zustimmen. Mahnt aber an, dass genau hingeschaut wird, wo Bedarf wegfällt und wo es zusätzlichen personellen Bedarf  gibt. Auch hoffen wir, dass die Ämter, welche Stellen angefordert und nicht bekommen haben, die Entscheidung mittragen.

„Ausbildungsberufe im Landratsamt haben Zukunft“. Damit werben sie richtig Herr Dr. Schmid – weil es so ist. 45 neue Auszubildende, welche man 2015 einstellen möchte, können sich sehen lassen. Die SPD-Fraktion sagt: Weiter so. Unser Dank gilt all denen die Auszubildende betreuen. Wir brauchen unsere Jungen dringlicher den je in der Zukunft.

Antrag: Stichwort Auszubildende: Es herrscht ein drohender Notstand bei der Besetzung von Stellen für Erzieherinnen und Erzieher in den vorschulischen Betreuungseinrichtungen im Landkreis: Auch wenn dies den Landkreis nicht unmittelbar betrifft, sollten sie Herr Landrat mit den Städten und Gemeinden des Landkreises in Verhandlungen gehen, um eine gemeinsame Strategie zu finden.

So ist bereits jetzt absehbar, dass an einer übertariflichen Bezahlung nicht mehr vorbeigegangen werden kann und damit ein ruinöser Wettbewerb der Städte und Gemeinden im Landkreis droht. Erzieherinnen und Erzieher verdienen aber auch mehr Geld.

 

Schulen / Bildung / Betreuung

Die SPD-Fraktion ist hoch zufrieden damit, dass es den Gemeinden im Landkreis gelungen ist, die Ausbauquote des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung U3 zu erfüllen. Dennoch müssen weiterhin die Bedarfe vor Ort genauestens beobachtet werden.

Uns freut es auch, dass sich die Bildungsregion Biberach etabliert hat. Im Sommer haben wir ja den ersten Bildungsbericht erhalten und intensiv diskutiert. Er ist Grundlage für ein dauerhaftes Bildungsmonitoring und Steuerungsinstrument für Bildung im Landkreis.

Wir kennen ja so ein ähnliches Steuerungsinstrument im Bereich der Kinder- Jugend- und Familienhilfe.  Die Jugendhilfeplanung, die IBÖ (Integriere Berichterstattung auf örtlicher Ebene), die Begleitung durch Dr. Bürger sowie motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Jugendhilfe auf einen sehr guten Stand gebracht.

Die SPD-Fraktion glaubt fest daran, dass sie Frau Baumann, mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den großen Herausforderungen, welche im Bereich der Bildungs- und Schulentwicklung auf unsere Region zukommen, gerecht werden und zusammen mit externen Partnern gute Lösungen finden werden.

Antrag: Frau Baumann, wir haben noch ein Anliegen. Wir hätten gerne von ihnen einen Bericht über den Stand der Entwicklung der „Hector-Stiftung“ (Begabtenförderung Grundschüler).

Die SPD-Fraktion begrüßt auch, dass an der Matthias-Erzberger-Schule in Biberach und an der Beruflichen Schule in Riedlingen für junge Asylbewerber jeweils eine Klasse „VAB ohne Deutschkenntnisse“ eingerichtet wird.

Es wissen alle, dass die SPD uneingeschränkt hinter der Schulsozialarbeit steht, deren Notwendigkeit niemand mehr in Frage stellt. Wir fordern die Schulen und Gemeinden im Kreis auf ihren Bedarf zu prüfen und gegebenenfalls die erforderlichen Anträge auf den Weg zu bringen.

Auch stehen wir zu den zu den im HH-Plan aufgeführten Unterhaltungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Sanierung der Aula im Kreisgymnasium Riedlingen für ca. eine Million.

An dieser Stelle ein kleiner Einschub. Wir bedanken uns bei Herrn Thyssen für den aktuellen Energiebericht. Die energiepolitischen Ziele des Landkreises und die vorliegenden Ergebnisse können Vorbild sein für jede Gemeinde.

Wermutstropfen ist aber das schlechte Abschneiden im Rahmen des „eea“, bezogen auf den aktuellen Strombezug. Wir kündigen bereits jetzt an, bei der nächsten Stromausschreibung eine Veränderung herbeizuführen.

 

Straßen

Wir freuen uns riesig, dass die Ortsumfahrung Kleinwinnaden gebaut wird.  „Der 1,2 Kilometer lange Neubau zu Gesamtkosten von 2,8 Millionen Euro entlastet Mensch und Umwelt von Lärm und Stau. Die Lebensqualität im Teilort Kleinwinnaden wird sich deutlich erhöhen und die Wirtschaft profitiert von einem besseren Verkehrsnetz.

An dieser Stelle Dank an MdB Martin Gerster weil er es war, der den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Claus Schmiedel nach Kleinwinnaden eingeladen hat und ihn als Fürsprecher für Kleinwinnaden gewinnen konnte.

Aber das allein reicht nicht.

Der Kreis Biberach muss dringend besser an die Hauptverkehrsadern in Nord / Süd und insbesondere Ost / West angeschlossen werden.

Deshalb fordern wir, dass Bundesverkehrsminister Dobrindt die Ortsumfahrungen Ingerkingen und Warthausen (B 465) in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufnimmt. Dass die Umfahrungen Ringschnait, Ochsenhausen, Erlenmoos und Edenbachen (B 312) so schnell wie möglich realisiert werden. Es kann nicht sein, dass wir sowohl von Landesminister Hermann (Grüne) wie auch von Bundesminister Dobrindt (CSU) ausgebremst werden und mit wichtigen Infrastrukturprojekten auf der Strecke bleiben. Nach aktuellem Stand will Dobrindt wie zuletzt auch Hermann weder Warthausen noch Ingerkingen im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigen. "Wenn dies so bleibt, sind die Pläne für eine Verkehrsentlastung der beiden Orte Makulatur".

Für den westlichen Landkreis ist insbesondere die B 311 von eminenter Bedeutung. Die bereits bestehenden Planungsrechte sollten wahrgenommen werden und auch weiter darauf Einfluss genommen werden, dass diese Trasse insgesamt ertüchtigt wird.

Auch in Sachen Südbahn-Elektrifizierung appellieren wir an Dobrindt: Machen Sie den Weg jetzt endlich frei.

Antrag: Wir beauftragen die Verwaltung eine Vorlage mit einer entsprechenden Resolution zu erstellen und dem Kreistag zur Verabschiedung vorzulegen.

 

ÖPNV

Antrag: Gerade im ländlichen Raum sind die Bürger auf einen verlässlichen ÖPNV angewiesen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen und veränderten Mobilitätsbedürfnissen älterer Menschen beantragt die SPD Fraktion die Zukunft des ÖPNV in einer Klausurtagung zu erörtern.

 

Radverkehr

Wie wohl fühlen sie sich als Radfahrerin oder Radfahrer in ihrer Stadt  Gemeinde oder Landkreis? Im Vorfeld zur Fortschreibung des Radverkehrplanes hat die SPD Fraktion das Lörracher Radverkehrskonzept empfohlen, denn es gibt  auch in unserer Region trotz vieler Angebote noch ein Opitmierungspotential.  Bei der Verwaltung sind wir auf ein verhaltenes Interesse gestoßen. Jetzt bauen wir  auf den "Neuen" ersten Landesbeamten  Herrn Walter Holderried aus dem LK Lörrach, für den dieses Thema einen sehr hohen Stellenwert hat. So wie uns bekannt ist, gehörte das Thema zu den Schwerpunkten seiner strategischen Ziele in der Kreispolitik.

In unserem SPD-Wahlprogramm fordern wir z.B. auch den Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes für E-Bikes – wir sind mal gespannt wie sich Herr Holderried all diesen Themen annimmt.

Antrag: Wir beantragen auch, dass der Kreis Biberach der Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommune in Baden Württemberg“ beitritt.

 

Fairtrade im Landkreis

Fairer Handel zielt darauf, Produzenten in Entwicklungsländern eine höhere und verlässliche Bezahlung für ihre Waren bei gleichzeitiger Einhaltung von Umwelt und Sozialstandards zu bieten.

Anfrage: Der Landkreis hat sich im Frühjahr beworben ein Fair Trade- Landkreis zu werden. Wie lautet der aktuelle Stand?

Antrag: Schnelles Internet in allen Gemeinden. Ein entscheidender Standortfaktor, den viele auch etwas spät erkannt haben. Hier bitten wir die Verwaltung uns zu berichten, wie eine Beteiligung des Kreises mit dem Ziel des schnelleren Ausbaues aussehen könnte. Stichwort hier Zusammenarbeit zum Beispiel mit der Netcom BW.

Und dazu auch noch ein zusätzlicher Antrag mit Begründung.

Antrag: Wir brauchen eine Kreis – APP. So gut wie alle Jugendlichen und  immer mehr Ältere haben heute ein Smartphone. Und sie besitzen es nicht nur, sondern setzen es gezielt in ihrem Lebensalltag ein. Sei es zur Kommunikation, zur Information, zu Bestellungen oder um irgendein anderes Gerät zu steuern.

Das Smartphone oder auch das Tablet oder eine andere Art von Gerät, das wir uns im Moment in seiner Bauweise noch gar nicht vorstellen können, werden mehr wegzudenken sein. Das Internet wird immer mehr zum Leben der Menschen gehören. Wir müssen nur dafür sorgen, dass rechtzeitig genügend nutzvolle Angebote bereitgehalten werden. Wir dürfen das Feld Internet nicht den Abzockern und anderen Kriminellen überlassen.

 

Antrag: Eine solche App könnte neben Informationsangeboten und den schon bisher auf der Seite des Landkreises angebotene Leistung auch eine Plattform „Mitfahrgelegenheiten“ auf der Internetseite des Landratsamtes Biberach enthalten. Der Bahnstreik oder auch die Herausforderung der flächendeckenden Versorgung mit dem ÖPNV zeigt, dass wir Alternativen brauchen.

 

Kultur

Antrag: Unsere kulturellen Angebote  sind wirklich vielfältig und erstklassig und sind neben den wichtigen Aufgaben  wie den Bereichen  Soziales, Wirtschaft und Gesundheit nicht zu unterschätzende Einrichtungen, die das gesellschaftliche Miteinander fördern und das kulturelle Erbe sichern. Eine Weiterentwicklung und Anpassung an den aktuellen Zeitgeist sind unerlässlich. Die Informationsfahrten zu den Asylbewerberheimen sowie zu den Straßenmeistereien und Deponien waren ein voller Erfolg und brachten wertvolle Hinweise- nicht nur für die neuen Kreisräte. Die SPD-Fraktion stellt deshalb den Antrag, eine ähnliche Informationsfahrt für den Bereich der Kultur zu planen und durchzuführen.

 

Umwelt- Natur- Landschaftspflege

Antrag: Der Landkreis Biberach ist einer der wenigen Landkreise, welche noch nicht dem Landschaftserhaltungsverband beigetreten ist.

In den letzten  zwei Jahrzehnten haben die Landkreise einen erheblichen Aufgabenzuwachs erfahren. Ein Personalzuwachs hat nicht im gleichen Umfang stattgefunden.  So steht im Vergleich der personellen Ausstattung der Naturschutzbehörden im Land, der LK BC in Relation zum Aufgabenanfall an letzter Stelle. Bei einem Verzicht auf einen Landschaftserhaltungsverband müssten dann zwingend mindestens zwei neue Stellen geschaffen werden.

Durch den Beitritt zum Landschaftserhaltungsverband können Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz besser vernetzt werden. Deshalb beantragen wir den umgehenden Beitritt, und nutzen damit das Angebot des Landes welches finanzielle Mittel für deren Einrichtung zur Verfügung stellt. Dadurch stärken wir die Personalausstattung der Unteren Naturschutzbehörde.

 

Umweltschutzbericht

Antrag: Das Aufgabenspektrum im Bereich Umweltschutz, Natur- und Landschaftspflege im Teilhaushalt 10 ist sehr umfangreich und von besonderer ökologischer Bedeutung. Frage: Wie werden die von der Verwaltung genannten Ziele umgesetzt?

Die SPD Fraktion beantragt eine jährliche Sachdarstellung im Ausschuss für Umwelt und Technik - mit einem themenbezogenen Umweltschutzbericht, der regelmäßig fortgeschrieben wird.

 

Naturschutzwarte

Antrag: Im LK sind derzeit 25 Naturschutzwarte bestellt. Diese sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürgern, Naturschutzbeauftragte und der Naturschutzbehörde. Damit die Naturschutzwarte ihre Ansprechfunktion erfüllen können, sollen diese Personen veröffentlicht werden.

 

Abfallwirtschaftsbetrieb

Antrag: Nach der Auflösung der meisten Recyclinghöfe sind erwartungsgemäß die verblieben sehr stark frequentiert. Insbesondere in und um die Abgabestelle in der Ulmer Straße in Biberach herrschen zeitweise chaotische Zustände. Sei es im Hof selber oder auf der Zufahrt, wo sich zu manchen Zeiten auf der stark befahrenen Ulmer Straße Staus bilden und gefährliche Situationen bei der Ein- und Ausfahrt entstehen. Wir sind da ja bereits im Vorfeld bei Herrn Förster vorstellig geworden. Das Problem wurde dort ebenfalls gesehen und folgend die Öffnungszeiten erweitert. Die mildern die nicht tragbaren Zustände nur unwesentlich.

Deshalb beantragen wir, dass die Verwaltung eine Konzeption mit dem Ziel erarbeitet, die Recyclinghöfe im Kreis kundenfreundlicher zu gestalten. Bei dem einen oder anderen muss auch die Standortfrage gestellt und Gespräche mit den Standortgemeinden geführt werden.

 

Wertstofftonne

Die SPD-Fraktion befürwortet die Erfassung der Wertstoffe mit der Einführung einer  Wertstofftonne. Mögliche Abstimmungsverhandlungen sollen frühzeitig  erfolgen. 

Derzeit wird auf  Initiative der SPD Landtagsfraktion  auf Bundesebene diskutiert, ob man das Duale System abschafft und die Entsorgungsverantwortung an die Kommunen zurückgibt.  Unterstützung dafür gibt es von den kommunalen Spitzenverbänden.  Vorteile für den Landkreis  gibt es viele: Abfallentsorgung und Wertstoffverwertung aus einer Hand, weniger Restmüll und mehr Wertstoffe, mehr Bürgerservice und schlankere Strukturen.

Frage: Welche Voraussetzungen  müssen geschaffen werden, sollte der  Abfallwirtschaftsbetrieb dies in kommunaler Verantwortung  leisten.

 

Bioabfälle

Antrag: Sollte die getrennte Erfassung von Biomüll ab Januar 2015 im LK erfolgen, so beantragt die SPD Fraktion  die Befreiungen  des Benutzungs- und Anschlusszwang für Eigenkompostierer. Für die Anschaffung der erforderlichen Behälter sind im HH immerhin 1.340 000 Euro eingestellt.

Antrag: Die SPD beantragt weiterhin ein Förderprogramm zur Stärkung der Eigenkompostierung. Mit einem Kompostbehälter kann auch im städtischen Bereich ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz erfolgen.

 

 

Gesundheitswesen

Aufforderung: Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum muss gesichert werden. Dazu gehört auch der Aufbau ambulant stationärer Gesundheitszentren, die passgenau auf die jeweilige Region zugeschnitten sind. Die Verwaltung wird gebeten sich weiter für einen solchen Aufbau einzusetzen um zusammen mit Partnern ihre Kompetenz einbringen zu können.

Antrag: Der Kreis braucht einen Pflegestützpunkt im Landratsamt als unabhängige Beratungs- und Koordinationsstelle. Wir sind in BW einer von zwei Landkreisen ohne Pflegestützpunkt. Der gesamte soziale Rechts- und Dienstleistungsbereich wird immer komplexer. Der Bürger braucht übersichtliche und verlässliche Strukturen, die ihm im Bedarfsfall weiter helfen.

Wir bitten die Verwaltung einen solchen Stützpunkt organisatorisch und personell vorzubereiten, um dann, mit einer entsprechenden Vorlage, dies dem Kreistag zur Entscheidung vorzulegen. Aufgrund der Größe des Landkreises sollte auch über mobile und dezentrale Strukturen nachgedacht werden. Eine Umsetzung und Entwicklung ist wirklich überfällig.

 

Herausforderung Flüchtlinge

Die SPD- Fraktion sieht die Zunahme der Flüchtlingsaufnahme als eine der wichtigsten Herausforderungen. Die Erweiterung der Aufnahmekapazitäten ist mit gravierenden finanziellen Folgen für die Städte und Kreise verbunden. Die Situation stellt auch uns vor personelle und organisatorische Herausforderungen, die mit den Ressourcen nicht mehr bewältigt werden können und wir fordern deshalb Bundesinnenminister Thomas de Maiziére auf für mehr Unterstützung zu sorgen.

Antrag:  Um auf Kreisebene der Herausforderung zu begegnen beantragt die SPD-Fraktion:

  1. Es muss eine Lenkungsgruppe  unter der Federführung des Landkreises eingesetzt werden, die sich mit dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung der Aufnahme der Flüchtlinge beschäftigt. In dieser Arbeitsgruppe müssen die Städte und Gemeinden des Landkreises sowie die Betroffenenverbände (wie Caritas und Diakonie) vertreten sein. Mit Blick auf die Qualifikation der Menschen müssen aus der Sicht der SPD-Fraktion aber auch die Bildungseinrichtungen, die Agentur für Arbeit sowie die Wirtschaft (IHK und Handwerkskammer) gleich von Anfang an eingebunden werden. Wenn man es gut macht, könnte hier auch eine Chance liegen, dem drohenden Fachkräftemangel ein Stück weit entgegenzuwirken.
  2. Die SPD-Fraktion unterstützt mit Blick auf die Haushaltsberatungen 2015, die von der Verwaltung hier zusätzlich beantragten Stellen.
  3. Die SPD bittet um Darstellung der geplanten Erhöhungen der Zuwendungen für
    1. die Sprachförderung bereits in den ersten Monaten der vorläufigen Unterbringung.
    2. die ehrenamtliche Betreuung der Asylbewerber durch die Caritas und die Diakonie.

Beide Vorhaben werden von der SPD-Fraktion ausdrücklich begrüßt.

  1. Die SPD-Fraktion begrüßt weiterhin den geplanten Bau von Unterkünften für Flüchtlinge mit 2.050.000 €. Bei der Suche nach geeigneten Unterkünften im Landkreis spricht sich die SPD-Fraktion jedoch allgemein für eine Abkehr der dezentralen Unterbringung, verteilt über den gesamten Landkreis, aus. Die Menschen, die teilweise hoch traumatisiert zu uns kommen, brauchen die Infrastruktur, wie Schulen, Kindergärten, Sprach- und Integrationskurse sowie ärztliche Betreuung in erreichbarer Stadtnähe, um sich möglichst schnell integrieren zu können. Dies spart im Übrigen auch Geld, da keine teuren Fahrdienste eingerichtet werden müssen.

 

Wirtschaft

Die SPD-Fraktion begrüßt, dass der Kreistag 750.000 Euro Fördermittel für die Planung und Umsetzung des Leuchtturmprojektes 2 „Innovations- und Technologietransferzentrums PLUS“ der Hochschule, zur Verfügung stellt.

Sollte dieses Zentrum zustande kommen, was wir uns wirklich wünschen, wäre es ein absoluter Infrastrukturgewinn für unseren Kreis.

Herausforderung Fachkräftemangel im Landkreis

Der SPD-Fraktion geht es hier um den Erhalt der Produktivität unserer spezifischen Wirtschaft im Landkreis und kann daher nicht mehr allein der IHK in Ulm überlassen werden. Die Herausforderung ist längst in unserem Landkreis angekommen und betrifft nicht nur die bekannten Branchen, wie das Gesundheitswesen, Erzieher(innen) usw. Insbesondere die KU’s (Kleinunternehmen / Handwerksbetriebe) sind betroffen und dies ist erst der Anfang. Der SPD-Fraktion geht es darum, eine spezifische, auf unseren Landkreis zugeschnittene Bedarfsanalyse zu erhalten, die auf den heutigen und zukünftigen Bedarf der heimischen Wirtschaft abstellt. Auf der Grundlage dieser Analyse sind landkreisspezifische Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

Antrag: Die SPD-Fraktion beantragt eine Lenkungsgruppe unter der Federführung des Landkreises einzusetzen. 

 

Bestehend aus:

  • Vertretern der örtlichen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Agentur für Arbeit und den Kammern,
  • Vertretern der Städte und Gemeinden aus dem Landkreis.
  • Vertretern von den Kirchen, Sozialverbände, Kultur- und Sportvereinen.

Aufgabe dieser Lenkungsgruppe wäre:

  1. Die Erstellung der genannten Bedarfsanalyse.
  2. Darauf aufbauend: Die Entwicklung von  Strategien für eine Anerkennungs- und Willkommenskultur.

Ziel ist es:

  1. Die Menschen, die bei uns bereits leben durch entsprechende Weiterqualifizierungsangebote bedarfsgerecht zu fördern.
  2. Im Ausland qualifizierte und bedarfsgerechte Angebote zur Gewinnung von Fachkräften zu platzieren.
  3. Die in diesen Bereichen durchaus vorhandenen öffentlichen Mittel (z.B. Mobi-Pro; EURES-Programm) auch für den Landkreis abzuschöpfen.

 

Überlegenswert ist auch, ob diese neue Aufgabe der bestehenden „Bildungsregion“ übertragen werden kann.