„Aufpass“-Chefs blockieren Gretzingers Gesprächsangebot

Veröffentlicht am 18.01.2016 in Pressemitteilungen
 

SPD-Landtagskandidat Stefan Gretzinger hat Mitglieder der umstrittenen Facebook-Gruppe „Biberach passt auf“ unter bestimmten Bedingungen zu einem Gespräch eingeladen. Das Gespräch sollte stattfinden am Montag, 18. Januar, um 19 Uhr im Gasthaus Leo in Warthausen. Da Gretzinger selbst kein Mitglied der geschlossenen Gruppe ist, bat er zwei Gruppenmitglieder, die Einladung in seinem Namen zu posten. Die Einladung wurde nicht freigeschaltet, stattdessen wurde einer von beiden aus der Gruppe geworfen. „Dieses Gehabe ist mir wirklich schleierhaft. Der 'Schwäbischen Zeitung' gegenüber behauptet der Gruppen-Chef noch, auch Kritiker zuzulassen. Wer aber eine harmlose Gesprächseinladung weiterleitet, wird rausgeschmissen. Was soll das denn?“, fragt Gretzinger verwundert.
Um größtmögliche Authentizität zu gewährleisten wollte Gretzinger, dass die Einladung nur in der geschlossenen Facebook-Gruppe zu lesen ist. Da dies laut seiner Einschätzung offensichtlich nicht möglich sei, verbreitete er nun die Originaleinladung über Twitter und Facebook.

Die Gesprächseinladung richtet sich an alle, die vier Bedingungen erfüllen. So sollen sich die Teilnehmer zum Grundgesetz – insbesondere zu Artikel 1 und zu Artikel 16 – bekennen sowie zur geltenden Genfer Flüchtlingskonvention. „Natürlich gilt das Grundgesetz für jeden – vollkommen egal, ob er sich dazu bekennt oder nicht. Bei dem anstehenden Gespräch werde ich aber darauf achten, dass sich die Äußerungen der Teilnehmer in dessen Rahmen bewegen“, ergänzt Gretzinger. Außerdem sollen die Teilnehmer uneingeschränkt zum Gewaltmonopol des Staates stehen und sich ganz klar vom Begriff „Lügenpresse“ distanzieren. „Der Begriff 'Lügenpresse' erschüttert mich bis ins Mark. Wer so redet, hat sich vom öffentlichen Diskurs verabschiedet. Alle Fakten, die nicht in das eigene beschränkte Weltbild passen, werden dadurch als vermeintliche Lüge gebrandmarkt. So ist kein Staat zu machen“, meint Gretzinger. Das Aufstellen der Bedingungen begründet der 22-jährige Landtagskandidat so: „Das ist das absolute Mindestmaß. Wer noch nicht einmal dem zustimmt, bei dem sind Hopfen und Malz verloren.“

Der SPD-Landtagskandidat Stefan Gretzinger hatte die Facebook-Gruppe „Biberach passt auf“ in den letzten Tagen scharf kritisiert. So wandte er sich auf seiner Homepage direkt an die Gruppen-Mitglieder: „Ihr stellt Flüchtlinge – bzw. jeden, von dem Ihr vermutet, dass er Flüchtling ist – pauschal unter Generalverdacht, Vergewaltiger zu sein.“ Wer so handle, spräche Menschen ihre Würde ab – die direkt im ersten Artikel des Grundgesetzes als unantastbar charakterisiert ist. Ein solches Verhalten zeuge daher, so Gretzinger, von einer „Verachtung für das Grundgesetz“. Das mache die Gruppen-Mitglieder zu den „Undeutschesten von allen“, fährt der Landtagskandidat fort. „Wer auf das Grundgesetz pfeift, für den ist hier kein Platz“, stellt Gretzinger auf seiner Homepage fest. Das gelte übrigens im gleichen Maße für die Täter der Silvesternacht. Diese müssten „mit aller gegebenen Härte des Gesetzes bestraft werden – wenn möglich, gehört dazu auch Abschiebung“, verlangt Gretzinger.
Das Gesprächsangebot an die Facebook-Gruppe will der SPD-Landtagskandidat nicht als Abweichen von seiner bisherigen Position begriffen wissen. So stellte er in dem Einladungsschreiben klar, dass er zu seinen bisherigen Aussagen über die Facebook-Gruppe „uneingeschränkt“ stehe.