Die Mauer am evangelischen Friedhof – wie wichtig ist sie?

Veröffentlicht am 08.11.2018 in Presse im Wahlkreis
 

Unansehnlich ist die Situation an der Treppe neben dem evangelischen Stadtfriedhof. Ein Zaun versperrt eine wichtige Fußwegverbindung zwischen Stadt und Talfeld. Nun sollen Mauer, Treppe und neogotisches Eingangsportal erneuert werden – für stolze 730.000 Euro.

Man muss wissen: Der evangelische Friedhof, zu dem die Mauer gehört, ist ein wichtiges, für unsere Stadtgeschichte einzigartiges historisches Denkmal, vielleicht das wichtigste neben der Stadtpfarrkirche und dem Hospitalkomplex. Denn er zeugt von vielen Menschen, die unsere Stadt geprägt haben. Das beginnt mit den Grabplatten der Reformatoren am Chor der HeiligGeist-Kirche, dazu kommen Gräber und Grüfte der Bürger, die als Künstler, Unternehmer, Pfarrer oder Architekten (Hugo Häring!) für den guten Ruf unserer Stadt stehen. Dazu gehören auch die Soldatengräber und die Ruhestätten einiger britischer Kriegsopfer. Hier also wird – das klingt paradox – Stadtgeschichte lebendig.

Der SPD-Fraktion ist wichtig, dass dieses Denkmal erhalten und in würdigem Zustand zu sehen ist. Die baufällige Ziegelmauer ist dabei ein Problem. Sie stört die Wahrnehmung dieses einzigartigen Kulturdenkmals und die Restaurierung verlangt nach sorgfältiger handwerklicher Arbeit – deshalb die hohen Kosten. Aber der Friedhof – er wird nach wie vor genutzt und zieht viele Besucher an – hat eine Investition in Sorgfalt verdient. Wie kaum ein anderer Ort erzählt er von unserer Vergangenheit, muss aber auch eine Zukunft haben.