SPD-Ortsverein Biberach wagt den Neuanfang

Veröffentlicht am 05.05.2016 in Ortsverein
 

Biberach- Der Vorstand stellt die Weichen für die zukünftige politische und organisatorische Ortsvereinsarbeit der Biberacher SPD. Eine stärkere Zusammenarbeit mit der Stadtratsfraktion, effizientere Öffentlichkeitsarbeit, politische Themensetzung rund um Biberach und mehr Einfluss der Mitglieder in der Parteiarbeit stehen hierbei im Mittelpunkt.

 

Bei ihrer ersten Vorstandssitzung nach der Jahreshauptversammlung analysierten die Genossen selbstkritisch ihre Arbeit der letzten Jahre sowie über das schlechte Abschneiden bei der Landtagswahl.

Der neue Vorsitzende Simon Özkeles legte besonderen Wert darauf, dass jedes Vorstandsmitglied die Möglichkeit hatte, sich zur aktuellen Situation der SPD im Land als auch in Biberach, zu äußern. Der 22-jährige Küchenleiter einer Großküche und Gemeinderat aus Ummendorf stellte fest, dass die Arbeit vor Ort viel professioneller organisiert werden muss und der Ortsverein aus der Deckung kommen müsse.

 

Durch eine verstärkte Auseinandersetzung mit Themen rund um Biberach wollen die Genossen mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Es wurde ausdrücklich die Arbeit der eigenen Gemeinderatsfraktion gelobt. Gleichzeitig wollen die Genossen dafür sorgen, dass nicht nur die Fraktion für die SPD in Biberach steht, sondern auch der Ortsverein sichtbar ist.

 

Bei der Frage, wen die SPD in Biberach zukünftig mit ihren Themen ansprechen möchte, wurde breit diskutiert. Vor allem junge Familien, Jugendliche, Senioren, sozial Schwächere und die Arbeitnehmer wollen sie zum Mittelpunkt ihrer Politik machen.

 

Die Vorstandsmitglieder sind sich einig, dass die Lage der Bundespartei nur von unten verbessert werden kann. Durch eine starke Basis, kann die SPD im Bund zur alten Stärke zurückfinden.

Hierfür wollen sie die Beteiligung ihrer Mitglieder bei der Ortsvereinsarbeit ausbauen.

Auf Initiative von Vorsitzender Özkeles und die neue Beisitzerin Dagmar Neubert-Wirtz aus Schemmerhofen, wird der Ortsverein Anfang Juni eine Versammlung einberufen, bei der die Mitglieder ihre Anliegen und Ideen zu politischen Themen und Veranstaltungen einbringen können.

 

Andere Schwerpunkte bei der Diskussion für den Neuanfang waren u.a. die Überarbeitung der veralteten Homepage, einen höheren Einsatz von Social Media (Facebook) und eine neue Organisationsstruktur bei den Marktständen. Außerdem möchten sie die Mitgliederpflege verbessern.

 

Bei der Debatte um die aktuelle Lage im Land wurde kontrovers diskutiert. Die Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden Andreas Stoch wurde mehrheitlich positiv gewertet.

Die Genossen versprechen sich mit ihm als jemanden, der die sozialen Themen gut besetzen kann, klare Kante zeigt und über das gewisse Charisma verfügt.

 

Gespannt sind sie auf die sogenannte Basiskonferenz in Böblingen Ende April. Dort entscheidet sich, welche Konsequenzen sie aus der Niederlage bei der Landtagswahl zieht und wie sie sich in den nächsten Jahres aufstellt. Thematisch fordern die Biberacher Genossen eine Rückbesinnung zu den traditionellen sozialdemokratischen Themenfeldern.

Die sogenannten „kleinen Leute“ müssen wieder mehr zum Mittelpunkt gemacht werden: soziale Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, bei der Rente, im Gesundheitswesen und bei den Steuern.

 

 

Umso spannender für die Biberacher Genossen wird die personelle Aufstellung der Landespartei. Eine einheitliche Meinung zum bisherigen Landesvorsitzenden Nils Schmid und zur Generalsekretärin Katja Mast haben sie jedoch nicht.

Einige schätzen die sachliche Art und seine sehr erfolgreiche Arbeit als Finanz- und Wirtschaftsminister von Schmid. Dennoch gibt es auch Stimmen, die Schmid als Fachpolitiker schätzen, aber sein Charisma und Auftreten nicht für einen zukünftigen Landesvorsitzenden geeignet halten.