SPD-Ortsvereinsvorstand Biberach Frauen sind jetzt in der Mehrzahl

Veröffentlicht am 17.04.2015 in Ortsverein
 

UMMENDORF (zel) – Der SPD-Ortsverein Biberach hat sich bei seiner Jahreshauptversammlung im Ummendorfer Gasthof Gaum unter anderem mit der Flüchtlingshilfe im Landkreis und der Situation in Griechenland befasst. Außerdem wurden teilweise Vorstandsnachwahlen vorgenommen.

Jeweils ohne Gegenstimmen wählten die Mitglieder die Hotelfachfrau Bettina Weinrich aus Oberessendorf zur stellvertretenden SPD- Ortsvereinsvorsitzenden und die Lehrerin Elise Allgaier aus Biberach zur Beisitzerin sowie den ehemaligen Biberacher Stadtrat Anton Nuding zum Kassenprüfer. Der Vorstand besteht nunmehr aus sechs Frauen und fünf Männern. 

Die Nachwahlen waren nötig geworden, weil der bisherige Kassenprüfer und SPD-Historiker Hartwig Abraham aus Ummendorf gestorben und der Biberacher Anwalt Robert Egle als stellvertretender Vorsitzender zurückgetreten waren. Egle hatte seinen Abschied mit zunehmenden beruflichen und privaten Herausforderungen begründet, die ihm das aus seiner Sicht erforderliche Maß an Engagement als Vorstandsmitglied nicht mehr erlaubten. Er wolle jedoch weiter dazu beitragen, die SPD als Korrektiv und Anstoßgeberin zu erhalten: „Unsere Ideen werden oft von der Mehrheit abgelehnt, dann einige Zeit später doch umgesetzt und als eigene verkauft.“

Aus der Fraktion berichtete der Biberacher Stadtrat Lutz Keil von der Enttäuschung, dass die Grünen, im Gegensatz zu OB Zeidler, dem SPD- Vorschlag für einen probeweisen komplett autofreien Marktplatz nicht gefolgt seien und von vielen anstehenden Baumaßnahmen wie Jugendhaus, Krankenhausneubau, Schul- und Stadtsanierungen. „Die SPD macht Druck, dass sinnvoll investiert wird“, stellte Keil klar.

In seinem Jahresrückblick hatte zuvor der Biberacher SPD- Ortsvereinsvorsitzende Werner Drews die durchweg vollen und berufs- und altersmäßig gut gemischten SPD-Listen für die Kommunalwahl hervorgehoben, bei der die Zahl der Biberacher Stadträte mit sechs gehalten und die der Kreisräte um einen auf sechs erhöht worden sei: „Und Landrat Schmid wurde wiedergewählt.“
Der SPD-Kreisrat und frühere Biberacher Oberbürgermeister Thomas Fettback gab Eindrücke aus seiner Unterstützungsarbeit für griechische Kommunen wieder. Was in Griechenland passiere, sei eine Bombe, die ticke. „Ich habe dort hungernde Kinder auf der Straße gesehen, es gibt viele unbeheizte Schulen“, berichtete er. Mit der neuen Regierung sähen

die Griechen die Chance eines Neustarts und wegzukommen von den

alten Seilschaften. Gleichzeitig seien in Griechenland 11% der Bevölkerung Flüchtlinge, in Deutschland 2%. 2013 und 2014 habe die SPD-Kreistagsfraktion fürs Folgejahr vorausschauende Anträge zur Flüchtlingshilfe gestellt, die beide von der Kreistagsmehrheit abgelehnt worden seien. Erst jetzt reagiere man, so Fettback: „Aber angesichts von 55 Millionen Flüchtlingen weltweit sind die steigenden Flüchtlingszahlen bei uns ja nicht vom Himmel gefallen.“
Die ehemalige Biberacher SPD-Stadträtin Heidrun Drews berichtete über das neugegründete „Interkulturelle Forum für Flüchtlingsarbeit“ e. V. (IFF, Internet: http://fluechtlinge.in-bc.de/), das die Neuankömmlinge befähigen will, selbst aktiv zu werden, und das zwei Zuwanderer im Vorstand hat. „Mit dem Verein sollen die Flüchtlinge gemeinsam mit Einheimischen in verschiedenen Arbeitsgruppen zur Selbsthilfe fähig werden“, erläuterte sie. „Die Leute wollen nichts hingestellt bekommen, sondern es sich selbst erarbeiten.“
Jeweils mit Urkunde und einer roten Rose geehrt wurden für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft Lutz Keil, Ulrike Drissner und Uwe Marx, für 10 Jahre Karl Achberger, Eva Dobler, Wolfgang Heinzel, Patrick Lemli, Dagmar Neubert-Wirtz, Anton Nuding, Helga Späth, Bettina Weinrich, Werner Drews, Stefan Heitmann, Steffen Kübler, Matthias Müller, Karl-Heinz Schoch, Dieter Späth und Kathrin Drews.